Besuch des Hindutempels in Hamm
Hindu-Tempel in Hamm

Besuch des Hindutempels in Hamm

Vereinigung des Adels in Rheinland und in Westfalen-Lippe e.V.
Bezirke Münsterland und Ruhr

Am 25. Oktober trafen sich Mitglieder aus dem Bezirk Münsterland und Ruhr in Hamm zur Besichtigung des Hindutempels Sri Kamadchi Ampal, der Göttin, die die Wünsche von den Augen abliest.
Die Geschichte des Tempels begann im Jahr 1989 als kleiner Andachtsraum im Keller der Mietwohnung des tamilischen Priesters Siva Sri Arumugam Paskarakurukkal. Auf Grund der Zunahme der Mitglieder und der fehlenden Sicherheitsvorkehrungen, zog die Gemeinde bald um. Einige Jahre später planten und realisierten die Gemeindemitglieder den Bau eines Tempels. Für den Standort wählte man ein Gelände im Industriegebiet in Hamm-Uentrup aus Kostengründen und auch wegen der guten Erreichbarkeit. Ein wesentliches Argument war jedoch die Nähe des Datteln-Hamm-Kanals, da die Anwesenheit fließenden Wassers für die rituellen Waschungen zu den Festen der jeweiligen Gottheit unerlässlich ist – ähnlich dem
Ganges in Indien.
Ein Hammer Architekt konzipierte den Tempel streng nach der Vorlage und dem Stil des Kanchi-Kamakshi-Tempels in Südindien. Für den Bau, insbesondere für die über 200 Skulpturen und Verzierungen, inzwischen alle im südindischen Stil farbig angemalt, wurden mehrere Tempelbauer aus Indien beschäftigt. Das Bildnis der Kamakshi wird vierarmig, mit den Attributen Elefantentreiberstock, einem Band, mit dem sie symbolisch die Welt der Götter mit der der Menschen verbindet, Bogen aus Zuckerrohr, fünf Pfeilen aus Blumen, auf denen ein grüner Papagei sitzt, dargestellt.
Zu dem Tempel gehört auch ein Hochzeitsraum, in dem mehrmals im Monat hinduistische Hochzeiten geschlossen werden. In diesem Hochzeitszimmer servierte ein Mönch uns ein vegetarisches Essen in Buffetform, das allen sehr gut schmeckte.
Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme am Gottesdienst, wobei der Priester von einem Schrein zum anderen ging und eine kurze Andacht hielt. Alle Schreine sind weiß gekachelt, haben eine hängende Öllampe, einen goldenen Bogen mit Löwenkopf sowie einen Hocker vor dem Schrein.
Der Tempel gehört Pascaran zufolge nicht den Tamilen, sondern allen Menschen.
Mit vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken traten wir die Heimreise an.
Dieter v. Schwertführer
Besuch des Hinudtempel